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Auf der Suche nach Skrei vor den Lofoten, Norwegen

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EssenFisch-RezepteAuf der Suche nach Skrei vor den Lofoten, Norwegen

Hej, wie Ihr vielleicht schon auf meinem Instagram-Account gesehen oder in meinem Skandi-Podcast gehört habt, war ich vor kurzer Zeit zusammen mit „Seafood from Norway“ auf den verschneiten Lofoten unterwegs. Wir haben uns angeschaut, wo der norwegische Skrei gefangen und zubereitet wird. Skrei? Das hat nichts mit dem isländischen Skyr zu tun. Skrei ist ein besonderer Winter-Kabeljau, den es nur zwischen Januar bis April zu kaufen gibt. Aber dazu später mehr. – Wir sind mit dem Rib-Boot bei bestem Wetter raus aufs norwegische Nordmeer gefahren und haben Fischerboote besucht.

Lofoten, Skrei, Norwegen

Wir durften Skrei-Delikatessen im Lofotmat-Restaurant in Henningsvær genießen, sogar selbst mit dem Fischerboot Winterkabeljau fischen und dann in einer Fabrik in Svolvær die Verarbeitung der gefangenen Fische beobachten. Abschließend gab es ein Abendessen, zubereitet von einem der besten Köche Nord-Norwegens. Auf den Tellern gab es Alles, was das Meer vor Norwegen so zu bieten hat. Fazit: Knapp 48 Stunden auf den Lofoten und viel erlebt. Legen wir los. Skrei ahoi! Starten wir mit schönen Impressionen der Lofoten.

Was ist Skrei?

Lofoten, Skrei, Norwegen

Ich kann mir vorstellen, dass Viele von Euch gar nicht wissen, was Skrei ist. Keine Sorge. Ich wusste das ehrlich gesagt auch nicht bis ich 2015 meinen Skandinavien-Blog startete und meinen ersten Fisch dieser Art gekauft hatte. Skrei ist der norwegische Winterkabeljau und heißt „Wanderer“, was vom norwegischen „å skride“ stammt. Jedes Jahr macht sich der Fisch ab Dezember auf den Weg aus der kalten Barentsee über 1000 Kilometer weit in Richtung Süden zu den norwegischen Lofoten und Vesterålen. Warum macht er das? Er sucht das milde Golfstrom-Klima auf, um zu laichen und schwimmt dann im April wieder zurück in den Norden.

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Die lange Reise durch das eisige Meer sorgt dafür, dass sein weißes Filet besonders schmackhaft ist. Der Skrei ist aber nicht nur ein Fisch, sondern auch eine Marke. Solltet Ihr also den norwegischen Winterkabeljau kaufen, achtet auf das Qualitätssiegel – denn nur so bekommt Ihr einen echten Skrei. Das Siegel steht für einen nachhaltigen Wildfang und für frische Qualität.

Lofoten, Skrei, Norwegen

Wir haben auf den Lofoten gelernt, dass der Fisch komplett genutzt wird. Das Filet wird mit Eis gekühlt exportiert. Das Meiste davon geht nach Dänemark und von dort sicherlich auch zu uns nach Deutschland. Die Zungen und die Wangen des Fisches werden als Delikatesse gehandelt. Auch der Rogen und die Leber werden genutzt. Die Köpfe und andere Teile des Skreis werden getrocknet und nach Nigeria verschifft. Super, dass keine Reste wegkommen. – Wo Du den Winterkabeljau findest, erfährst Du am Ende des Textes.

Skrei aus Norwegen

Von Januar bis April machen sich die Fischer früh morgens um 5:30 Uhr im Dunkeln auf den Weg (bzw. auf die See), um bei eisigem Wind, schnellen Strömungen und Seegang den Winterkabeljau zu fischen. Dies ist stark nach Quoten geregelt, damit der wilde Fischfang nachhaltig betrieben werden kann. Es gibt Quoten für die professionellen Angler, aber auch für Privatpersonen. Norwegen ist mit diesem Quoten-Modell der nachhaltigen Fischerei ein Vorbild für viele andere Länder. – Der Fisch wird noch an Bord des Schiffes mit einem Schnitt in die Kehle getötet und blutet dann aus. Das Fleisch bleibt dadurch schön weiß und hält länger. Abends reihen sich die kleinen Schiffe dann in die Warteschlange vor der Fischfabrik ein. Dort werden die Fänge sofort weiterverarbeitet, geköpft, geteilt und die Innereien sortiert. Wenn alle Kriterien erfüllt sind, gibt es die Skrei-Marke und der Fisch wird exportiert. Doch, wie angelt man eigentlich den Winterkabeljau?

Lofoten, Skrei, Norwegen

Skrei fischen

Es gibt zwar auch kleine Trawler, die den Fisch mit Netzen angeln. Aber viele kleine Fischerboote fischen noch den Skrei per Hand. Das sorgt dafür, dass der Fisch unversehrt und schonend gefischt wird. Das Ganze ist simpler als ich dachte. Wir durften es selber ausprobieren. Mithilfe einer Rolle und einer langen Angelschnur wurde gefischt. Ich war sehr überrascht, dass wir keinen Köder brauchten. Man nutzt einfach einen Metall-Haken, der 50 bis 80 Meter tief im Wasser versenkt wird und dann zieht man diesen ruckartig ein wenig hoch. Durch diese Bewegung erweckt man beim Skrei den Eindruck, dass was im Wasser schwimmt und er beißt an. Und so war es dann auch bei uns.

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Wir waren eine kleine Gruppe und am Ende hatten wir so viel gefangen, dass wir etwas für unser Abendessen hatten und sogar noch Fisch abgeben konnten. Ich selber hatte kein Glück, aber dafür Muskelkater am nächsten Morgen. Das Wildfischen hat ja auch nichts mit dem Angeln zu tun, wo man gemütlich am See hockt und nebenbei Zeitung lesen kann. 🙂

Skrei genießen

Den Fang des Tages haben wir uns am selben, zweiten Abend von dem norwegischen Meisterkoch Roy Magne Berglund zubereiten lassen. – Doch zuvor am ersten Abend waren wir im kleinen Restaurant Lofotmat von Siv Hilde in Henningsvær zu Gast, die uns zusammen mit Ihrem Mann viele Köstlichkeiten geboten hat. Siv ist weit über die Grenzen Norwegens bekannt, sie kochte bereits auf der Grünen Woche in Berlin für das Land Norwegen. Neben dem Kochen, singt sie auch mal ganz gerne in der Küche. In dem Restaurant werden hauptsächlich lokale Zutaten verarbeitet. Wir hatten zum Start kleine Häppchen mit Skrei-Rogen, dann knusprig panierte Zungen, gratinierten Stockfisch und natürlich leckeres Skrei-Filet mit Erbsen-Püree. Zum Nachtisch gab es Moltebeeren mit Eis. Ein Traum.

Am zweiten Abend waren wir im Restaurant „Full Steam“, was sich unterm Dach eines Industriegebäudes befindet in Henningsvær. Nachdem wir eine kurze Einführung zur Historie des Skrei-Fischens bekamen und uns der Meisterkoch zeigte, wie man richtig filetiert, gab es ein unglaublich leckeres Menü. Hier bekamen wir unzählige Gänge an Fisch und Meeresfrüchten aus Norwegen von Roy Magne Berglund zubereitet. Ich konnte viele Dinge probieren, die ich vorher noch nie auf dem Teller hatte. Das Highlight des Abends war allerdings unser selbst gefangener Skrei. Er war so unglaublich zart zubereitet, wie Butter.

Skrei Rezepte

Falls Du jetzt auch Hunger auf Skrei bekommen haben solltest, was ich natürlich verstehe, habe ich Dir ein paar Rezepte zusammengestellt, die ich vor der Lofoten-Reise ausprobiert habe. Ich bin kein Sternekoch und deshalb werdet Ihr keine kulinarischen Neuheiten hier finden, sondern ganz einfache und urbane Ideen, wie man den Winterkabeljau auch zu Hause zubereiten kann.

Skrei Rezepte

Ich habe Euch einen Skrei-Fischburger gemacht mit Roggenbrötchen, Honig-Senfsauce und roten Zwiebeln sowie Dill.

Skrei Rezepte

Dann gibt es natürlich Kartoffelpüree und Skreifilet: Der Klassiker.

Skrei Rezepte

Sehr lecker ist auch die Spinatsuppe mit Crème Fraîche und Skrei: Sie ist so schnell zubereitet.

Wo kann man Skrei kaufen?

Du willst Skrei kaufen, hast aber keine Idee, wo du diesen bekommst? Kein Problem. Du findest den Winterkabeljau, wie gesagt von Januar bis April, an der Fisch-Frischetheke in vielen Supermärkten. Ich kaufe meinen Winterkabeljau immer beim EDEKA-Markt in Osnabrück. Ab und zu ist er sogar auch im Angebot. „Seafood from Norway“ hat einen Fisch-Finder online für Euch, wo Ihr nach Postleitzahl einen passenden Supermark suchen könnt.

Lofoten, Skrei, Norwegen

Ich hoffe, dass Euch dieser kurze Ausflug inspiriert hat auch mal Skrei zu essen oder vielleicht auf die Lofoten zu reisen. Ich kann es Euch nur empfehlen. – Solltest Du diesen Beitrag außerhalb der Skrei-Zeit lesen, kannst Du natürlich auch normalen norwegischen Kabeljau kaufen, der allerdings nicht so fettarm ist wie das Original.

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Stefan Nørd
Stefan Nørdhttp://www.NordicWannabe.com
Skandi-Podcaster, Content Creator & Nordic Pioneer, der ein modernes nordisches Leben führt, sein Zuhause skandinavisch einrichtet und mit viel Leidenschaft über seine Reisen durch Nordeuropa berichtet. 2011 war ich das erste Mal in Norwegen und habe mein Herz an Nordeuropa verloren. Diese Liebe hält nun schon viele Jahre mit Hygge, Einrichtungstipps, Rezepten und vielen Zimtschnecken.

Mehr dazu in meinem Foodcast

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