Der Harz und die Dänen

Reisen durch NordeuropaDer Harz und die Dänen

Hej, man lernt ja nie aus. Neulich sah ich eine Reportage über den Harz und die Dänen. Harz? Ja richtig gehört. Das höchste Gebirge Norddeutschlands ist sehr beliebt und das nächstgelegene Gebirge bei dänischen Urlauber:innen. Zunächst dachte ich an einen Scherz, doch dann sah ich auf Social Media bei einer dänischen Freundin, dass sie mit ihrer Familie 3 Tage im Harz Urlaub machte. Der Harz ist für uns in Deutschland vielleicht nicht unbedingt der Hotspot. Aber andersherum ist die Insel Rømø auch kein Hotspot und trotzdem machen viele dort Urlaub aus Deutschland. Warum ist der Harz so beliebt bei den dänischen Nachbar:innen?

Der Harz und die Dänen – eine Liebe seit den 1960er Jahren

Beim Harz und dem Brocken denken vielen an schnuckelige Fachwerkhäuser und romantische, märchenhafte Natur-Landschaften. Laut dem NDR sollen in der Urlaubssaison 1975 ungefähr 76.000 Dänen und Däninnen in das Mittelgebirge in Sachsen-Anhalt angereist sein. Viele davon mit einem  Camper, aber auch in Hotels und Pensionen für eine Woche. Kein Wunder, dass der Harz zum beliebten Gebirge für Dänemark wurde, schließlich hat man in Dänemark keinen Berg. Alles begann in den 1960er Jahren. Und zu diesem Zeitpunkt kannte jeder Däne und jede Dänin den Harz. Goslar und Bad Harzburg mit seinem Campingplatz Göttingerode waren damals sehr beliebt.

Ein Stückchen Dänemark im Harz

Während des Dänemark-Booms lernte sogar der damalige Platzwart ein paar Worte Dänisch. Auch der örtlicher Supermarkt „Den danske Købmand Moesgaard, geführt von einem Dänen, hatte dänische Lebensmittel im Angebot. Schnell übernahm Moesgaard auch den Reiseführer vor Ort und zeigte den dänischen Tourist:innen die Sehenswürdigkeiten mit Bergtouren und Co. Es bildeten sich Auto-Korsos, die dann eine Tour durch den Harz machten. Vorne weg: Der Kaufmann Moesgaard (auch dänischer Konsul aus Bad Harzburg genannt). Zu der Tour gehörten der Nationalpark Torfhaus und der beeindruckende Blick auf den Brocken (auf dänisch Blocksbjerg).

Angeblich kennen die Dänen die Walpurgisnacht mit den Hexen. Erstaunt waren sie über die innerdeutsche Grenze, die es damals noch gab. Das kannte man aus Dänemark nicht.

Noch heute beliebt

Harz und die Dänen

Irgendwie wurde das, was den Harz und die Dänen verbindet von Generation zu Generation weitergegeben – bis in die 1980er Jahre. Dann wurde es ruhig um den Harz. Doch seit 2007 steigt wieder die Zahl der Reisenden aus Dänemark laut des Harzer Verkehrsverbandes. 2008 war Wandern sehr beliebt. Und noch heute fahren Familien in den Harz, um sich Fachwerkhäuser, und den Brocken anzusehen. Selbst Harzer Touristenseiten sind auf Dänisch. 2017 sollen zuletzt 8.000 Dänen in den Harz gereist sein. Warum nicht eine hyggelige Zeit im Harz verbringen?

Stefan Nørd
Stefan Nørdhttp://www.NordicWannabe.com
Skandi-Podcaster, Content Creator & Nordic Pioneer, der ein modernes nordisches Leben führt, sein Zuhause skandinavisch einrichtet und mit viel Leidenschaft über seine Reisen durch Nordeuropa berichtet. 2011 war ich das erste Mal in Norwegen und habe mein Herz an Nordeuropa verloren. Diese Liebe hält nun schon viele Jahre mit Hygge, Einrichtungstipps, Rezepten und vielen Zimtschnecken.

Mehr dazu in meinem Skandi-Podcast

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